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Rhön-Klinikum VZ neutral


02.08.2002
Stadtsparkasse Köln

Die Vorzugsaktie der Rhön-Klinkum AG (WKN 704233) wird sich nach Einschätzung von Analysten der Stadtsparkasse Köln marktkonform entwickeln.

Das Unternehmen verstehe sich als Gesundheitsdienstleister mit höchsten Ansprüchen an Patientenorientierung, Qualität und Preiswürdigkeit der Leistung. Rhön-Klinikum sei seit 1989 börsennotiert. Das Unternehmen beschäftige sich mit der Errichtung und dem Betrieb von Krankenhäusern, vorwiegend im Akutbereich in allen Versorgungsstufen. Die einzelnen Krankenhäuser werden in privater Trägerschaft jeweils in der Rechtsform der GmbH oder AG geführt. Großaktionäre seien diverse institutionelle Investoren, die Bayerische Hypo- und Vereinsbank sowie die Familie Münch.

Für drei Leipziger Kliniken habe Rhön-Klinikum neue Haustarife mit Gehaltserhöhungen zwischen 1,5 und 3% abgeschlossen. Die Tarifverträge für Ärzte enthalten überproportionale Anpassungen, um den Nachwuchs an Fachkräften zu sichern.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres sei das Ergebnis nach Steuern bei Rhön-Klinikum auf 28,7 Mio. Euro gesunken. Der Gewinnrückgang im zweiten Quartal auf 13,8 nach 16,2 Mio. Euro im Vorjahresquartal sei den Angaben nach vor allem auf Sonderabschreibungen auf das Südafrika-Engagement in Höhe von 3,2 Mio. Euro zurückzuführen. Der Umsatz des Unternehmens sei auf 431,9 Mio. Euro geklettert. Für das Gesamtjahr habe der Konzern ein Umsatzvolumen von 860 Mio. Euro sowie eine Steigerung des Vorjahresergebnisses von 66,1 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Zuvor sei noch ein Ergebnis von 70 Mio. Euro avisiert worden. Grund für die Revision sei das Engagement in Südafrika.


Nach 18 Jahren ununterbrochenen Wachstums sehe sich der Vorstand mit aufkeimenden Effizienzverlusten konfrontiert. Um dem entgegenzuwirken seien Sparmaßnahmen beschlossen worden. So verzichten der Vorstand und die erste Reihe der Führungskräfte auf 10% ihrer Bezüge. Sollte das Ergebnisziel von 66,1 Mio. Euro in 2002 nicht erreicht werden, sollen die Tantiemen um weitere 20% gekürzt werden.

Rhön-Klinikum übernehme zum 01. Oktober für 8,5 Mio. Euro eine 342 Betten-Klinik in Pirna. Der Konzern habe sich nach eigenen Angaben zum Neubau des Krankenhauses verpflichtet.

Das Unternehmen sei die mit Abstand größte Klinikkette in Deutschland und habe in den vergangenen Jahren organisch und durch Akquisitionen wachsen können. Das Management verfüge über langjährige Erfahrungen in diesem Bereich, was bei der Privatisierungsentscheidung öffentlicher Krankenhäuser ebenso von Bedeutung sei wie die vorhandene solide Finanzbasis.

Das organische Marktwachstum sei bedingt durch den regulierten Gesundheitsmarkt beschränkt. Rhön-Klinikum übernehme ineffizient betriebene Krankenhäuser von öffentlichen Trägern, die anschließend in einem etwa dreijährigen Prozess optimiert werden. Dabei könne ein Kostensenkungspotenzial von 20-40% ausgeschöpft werden, was durch Wege- und Service-Optimierung möglich sei. Für den Klinikbetreiber mache die Unterscheidung zwischen Kassen- und Privatpatient kaum Sinn, das die (teuren) Wahlleistungen in erster Linie den Ärzten zugute kommen. Hauptkonkurrenten seien Asklepios, Helios und Sana.

Rhön-Klinikum habe die Märkte mit der Abschreibung des Krankenhauses in Kapstadt und der damit einher gehenden Gewinnwarnung enttäuscht. Nachdem der Konzern jahrelang von stetigem Wachstum habe berichten können, sei man von dieser Publikation überrascht worden. Weitere Risiken entstehen durch die finanziellen Engpässe im deutschen Gesundheitswesen. Da der Vorstand die unbefriedigende Situation zügig angehe, sollte das Unternehmen bald auf den alten Wachstumspfad zurückkehren können.

Das Researchteam der Stadtsparkasse Köln behält sein Votum "Marketperformer" bezüglich den Vorzugsaktien von Rhön-Klinikum bei.




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